Diesen Satz habe ich von einem Bekannten gelernt, dessen Tochter sich kurz davor auf der Straße einen völlig überteuerten Handyvertrag hatte aufschwatzen lassen. Er hatte ihr noch mehr Kennzeichen unlauterer Werbung genannt, aber der Satz hat sich mir eingebrannt. Seither werde ich äußerst vorsichtig, wenn mir jemand mit einem Angebot kommt, das „nur kurzfristig“ besteht oder mich zu etwas auffordern will, was ich unbedingt gleich und auf der Stelle tun muss.
An den Satz wurde ich auch kürzlich erinnert, als die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburgs die Gründung einer Lausitzer Energieuniversität aus den dafür zu schließenden Lausitzer Hochschulen, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und der Hochschule Lausitz, ausrief. Dies geschah einen Tag vor Ablauf der Sperrfrist des Gutachtens, auf das sie sich berief, ohne Absprache mit den Betroffenen, ohne dass die Gutachter etwas davon wussten und – wie sich zwischenzeitlich herauskristallisiert – ohne im eigenen Haus ausreichend informiert zu haben. Nun bedürfen Hochschulschließungen und -neugründungen in Brandenburg eines Landtagsbeschlusses. Aber offenbar hatte man noch nicht einmal alle Regierungsfraktionen eingeweiht. Jedenfalls wusste man in der Linken nichts von der Idee, und die Reaktionen aus der SPD zeigen, dass dort auch nicht allen bekannt war, was da im Busche ist.
Pikant an der Sache ist, dass die Ministerin in ihrem Vorstoß gerade von den Gutachtern, auf die sie sich beruft nicht unterstützt wird. Dass überdies das Gutachten auf Zahlen beruht, deren Herkunft fraglich und deren Qualität mindestens fragwürdig ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein hochwertig besetztes Gutachtergremium Studiengänge als unterausgelastet einstuft, für die gleichzeitig eine Zulassungsbeschränkung eingeführt werden muss.
Was treibt die Ministerin zu solcher Eile, und – falls die Zahlen für das Gutachten aus dem Ministerium waren – zu solcher Zahlenschlamperei? Geht es darum, der Lausitz eine Sparuni unterzujubeln, versucht sie von der desolaten Finanzierung der Brandenburger Hochschulen insgesamt abzulenken, oder will sie lediglich eine plakative Aktion starten, mit der sie sich für höhere Aufgaben empfehlen kann? Sie hat sich dazu noch nicht geäußert. Es ist den Parlamentariern anzuraten, ohne Kenntnis des Kleingedruckten auch keinem entsprechenden Errichtungsgesetz zuzustimmen. Auf keinen Fall dürfen sie sich von der Eile des Ministeriums überrumpeln lassen.
P.S.: Mein Bekannter konnte seine Tochter mit Berufung auf ihre Minderjährigkeit nach einem kurzen Papierkrieg wieder aus dem Knebelvertrag befreien.