Gestern hat der Ministerpräsident endlich verraten, weshalb die Hochschulfusion ein Bekenntnis zur Lausitz ist. Das hätte er schon früher tun sollen. Damit hätte sich seine Wissenschaftsministerin deutlich weniger Feinde gemacht. Er hat erklärt, dass nicht nur alle 228 Professuren in der Lausitz erhalten bleiben, sondern auch mehr Geld kommen soll. Er hat zwar nicht gesagt wieviel, aber sein Schweigen und die Zustimmung des Cottbuser Oberbürgermeisters lassen nur einen Schluss zu: Genügend. Ausfinanzierung. Was eine ausfinanzierte TU mit 228 Professuren bedeutet lässt sich an der gleich großen TU Braunschweig ablesen: 205 Millionen Euro jährliche Grundfinanzierung. Das sind 140Millionen mehr als bisher. 140 Millionen! Wenn das mal kein Wort ist. Zum Vergleich: Um die derzeitigen Professuren der BTU auszufinanzieren hätten es schon 60 Millionen zusätzlich getan, um die Studienplätze auszufinanzieren 30 Millionen. Mit 20 Millionen mehr Grundfinanzierung hätte man bereits die rote Laterne bei der Finanzierung der TU-Studienplätze an die Berliner abtreten können. Aber 140 Millionen, siebenmal so viel! Davon hätte hier keiner zu träumen gewagt. Was man damit alles anfangen kann! Gerade jetzt, wo etliche Professuren frei sind und in den nächsten Jahren noch mehr frei werden. Da kann man wirklich die Crème de la Crème der Wissenschaft in die Lausitz holen. Die besten Professorinnen und Professoren, Postdocs, Doktoranden. Die besten jungen Leute Deutschlands werden hier studieren und die Lausitz zur neuen Boomregion machen. Es gibt jede Menge Ausgründungen, und Brandenburg wird das kommende High-Tech Bundesland. Auch bei der Forschung werden wir nach vorne springen. Es ist dann nicht mehr die Frage, ob es gelingt, einen Sonderforschungsbereich an Land zu ziehen, sondern wie viele. Die Heisenbergler und Lichtenbergler werden sich darum schlagen, zu uns zu kommen, die Humboldt-Stipendiaten Schange stehen. Die Lausitz wird geradezu in Drittmitteln schwimmen. Da müssen sich die TU9 warm anziehen, denn wir werden nicht nur die Studiengangsrankings gewinnen, sondern auch die Forschungsrankings.

DFG, wir kommen!

Nur eines ist merkwürdig: Gerade mal fünf Minuten vor der Ankündigung des Ministerpräsidenten hat uns die Bildungs- und ehemalige Wissenschaftsministerin wortreich erklärt, weshalb Brandenburg nicht mehr Geld für seine Hochschulen übrig hat……? …….?

Werbeanzeigen