Als Mathematiker bin ich naturgemäß an Beweisen interessiert, etwa Beweisen der Existenz und Eindeutigkeit bestimmter mathematischer Objekte. Man kann aber auch interessante Eigenschaften dieser Objekte beweisen. Eher unüblich ist es, Eigenschaften von Objekten zu beweisen, deren Existenz nicht bewiesen ist. Man wird dies am ehesten tun, um später zu beweisen, dass es Objekte mit dieser Eigenschaft nicht geben kann, also um deren Nichtexistenz zu beweisen.

Außer Mathematikern sind auch Juristen an Beweisen interessiert. Dort liegt die Messlatte für die Schlüssigkeit eines Beweises naturgemäß etwas niederer als in der Mathematik. Besonders niedrig liegt sie in Brandenburg. So schreibt das Landesverfassungsgericht in seiner Ablehnung des Eilantrags der BTU

Die Landesregierung hat nachvollziehbar dargetan, dass von einer einstweiligen Anordnung in ihren Planungen und Dispositionen unmittelbar auch Dritte betroffen wären, etwa  Studienanfänger, die sich für ein Studium an der BTUCS zum Wintersemester 2013/2014  entschieden haben, aber nicht aufnehmen könnten, würde die Errichtung der BTUCS auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben.

Bislang ist mir allerdings noch kein Studieninteressierter begegnet, der lieber an der BTUCS als an der BTU oder der HL studieren möchte. Ohne den Nachweis der Existenz ist nicht nachgewiesen, dass jemand Nachteile hat. Umgekehrt existieren  jede Menge bereits eingeschriebener Studierender, die ihren Abschluss gerne von der Hochschule hätten, für die sie sich ursprünglich entschieden hatten. Dies interessiert in Brandenburg aber nicht.

Vielleicht sollte ich mich künftig auf die Untersuchung nicht-abelscher multiplikativer Unterhalbgruppen der reellen Zahlen verlegen. Führt das Land dereinst einen eigenen Landesforschungspreis ein, habe ich damit bestimmt beste Chancen.

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